Die Wüstung Görbelheim

Görbelheim lag ca. 3 km südöstlich von Friedberg zwischen Ossenheim und Bruchenbrücken und gehört zu dem Kranz von Siedlungen rund um Friedberg, die im Spätmittelalter ausgegangen sind. Nach der überlieferten Geschichte sind die letzten Görbelheimer um 1525 "nach der Türkei", nach Ungarn oder in die Ukraine ausgewandert.

Im Urkundenbuch des Klosters Fulda ist vermerkt "Ruderat de wetereibe tradidit sancto Bonifacio bona sua in villa Gerbirgeheim", demnach wurden bereits um 750-802 Güter und vier Unfreie zu Gerbirgeheim übertragen.

In alten Quellen finden sich für den Ort auch die Namen Gerburgeheim (1292), Gerburgisheim (1297), Girbelheim und Gerbelheim.

Heute ist von der Ortschaft nur noch die nördlich der Siedlung gelegene ehemalige Görbelheimer Mühle erhalten, eine Mahl- und Oelmühle. Sie wurde erstmals am 15.12.1425 urkundlich erwähnt. Foto des Heiligenhäuschens an der Görbelheimer Mühle Dort, wo die Wetter, kurz bevor sie in die Nidda mündet, einst die Mühlräder eines großen Komplexes antrieb, befinden sich heute ein Wohnhaus und weitere denkmalgeschützte Gebäude, die von Künstlern, Galeristen und weiteren gewerblichen Betrieben genutzt werden. Imposant ist das Naturdenkmal "Görbelheimer Linde", ein riesiger alter Baum auf einer Anhöhe nahe der ehemaligen Mühle, der vermutlich einmal die Dorflinde Görbelheims war.

Der Ort selbst lag südlich der Mühle an der Straße von Ilbenstadt nach Fauerbach; dort, wo ehemals ein Weg nach Ober-Wöllstadt abzweigte. Vor 150 Jahren waren bei der Mühle auch noch die Reste eines Heiligenhäuschens sichtbar (Wagner).

Das Heiligenhäuschen ist auch heute noch gegenüber der Görbelheimer Mühle hoch oben am Hang der Kreisstrasse zu finden; umgeben von wuchernden Holundersträuchern.

Richtung Westen führte der Görbelheimer Weg nach Straßheim, einer benachbarten spätmittelalterlichen Ortswüstung der Wetterau.