Lexikon historischer Begriffe

Hier habe ich Begriffe und deren Erklärungen gesammelt, die heute nicht mehr gebräuchlich, aber bei der Ahnenforschung durchaus hilfreich sind. Die speziellen lateinischen Ausdrücke in Kirchenbüchern finden Sie unter Kirchenbuchlatein.

Alte Begriffe

Born
  Eine alte Quelle oder Wasserstelle

Cuius regio, eius religio
"Wessen Herrschaft, dessen Religion". Diese Regel war ein nach der Reformation praktizierter Grundsatz, nach dem die Konfession des Landesherrn die seiner Untertanen bestimmte. 1555 wurde diese Regel im Augsburger Religionsfrieden festgelegt und bestimmte die Konfessionsgrenzen bis hinein in das 19. Jahrhundert.

Geleit
  Ursprünglich die Begleitung von Reisenden, Kaufleuten und Gütern durch Bewaffnete zum Schutz vor Überfällen. Später auch das Entgelt, das der Landesherr für diesen Schutz erhob.

Gerechtigkeit bzw. Gerechtsamkeit
  Bader- oder Webersgerechtigkeit war das Recht, diesen Beruf auszuüben. Zumeist war die Gerechtigkeit nicht personen- sondern besitzgebunden, d.h. sie lag auf dem Haus eines Bewohners. Durch Einheirat oder Erbe wurde sie weitergegeben.

Gewann, Gewannflur
  Feldfluren, die aufgrund von Dreifelderwirtschaft und des Erbrechtes entstanden. Die Feldflur einer Siedlung wurde in schmale, streifenförmige Gewanne unterteilt, die im Flurzwang bewirtschaftet wurden, d.h. die Arbeiten auf allen Ackerstücken eines Gewanns mußten gleichzeitig ausgeführt werden. Typischerweise sind Gewanne mindestens zehnmal so lang wie breit, da langgestreckte Parzellen nur wenige Wenden mit dem Pfluggespann notwendig machten.

Kirchspiel
  Der geografische Einzugsbereich einer Kirchengemeinde (auch Pfarrsprengel oder Kirchsprengel genannt)

Kreuztracht
  Kirchliche Prozessionen an Feiertagen wie Karfreitag, Pfingstsonntag etc. oder auch Wallfahrten

Landwehr
  Trennte im Mittelalter die Herrschaftsgebiete der Landesherren und bestand aus einem Graben mit Wall und dichter Hecke (Gebück)

Legat
  Vermächtnis (von lat. legatum), die Zuwendung eines einzelnen Vermögensvorteils von Todes wegen.

Lochbaum
ein durch Einkerbung als Grenze markierter Baum

Loh
  Alte Bezeichnung für Wald

Mark
  Seit alters her Grenzzeichen, Grenze oder Gesamteigentum von Grund und Boden; von marka, Grenze, Gebiet. Auch Bezeichnung für Wald (Holzmark) oder Grenzsteine (z.B. Dreimärker)

Pfingstweide
  Weide, die erst nach Pfingsten für das Vieh genutzt werden konnte (z.B. wegen Staunässe oder Überschwemmung)

Regesten
  sind Zusammenfassungen des rechtsrelevanten Inhalts mittelalterlicher oder frühneuzeitlicher Urkunden (z.B. Regesta Imperii, deutsche Kaiserurkunden)

Robot, Roboten
  Frondienst leisten (spätmhd.)

Salbuch
  Verzeichnis über Besitzrechte eines Grundherrn und Leistungen seiner Grunduntertanen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit. Andere Bezeichnungen dafür sind Gült-, Stift- und Lagerbücher, Urbar, Urbarium etc.

Schutzhude (auch Schutzband oder Schutzbann)
  Begriff speziell in der Wetterau: abgesteinte und dadurch aus der Mark ausgeschiedene Ländereien aus der Feldgemeinschaft; möglich nur für Grundbesitzer ab drei Huben Land

Tagewerk
  Ein Tagewerk (oder Tagwerk, von althochdt. tagawerch) war eine früher übliche Bezeichnung für die Arbeit, die an einem Tag geleistet werden konnte. Ursprünglich stammt der Begriff aus der Landwirtschaft und bezeichnet jene Landfläche, die an einem Tag mit einem Ochsengespann bestellt werden konnte, also von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. 1 Tagewerk = 25-36 a, also 2500-3600 m², speziell in Bayern 3408 m².

Urbarium
  Verzeichnis über Besitzrechte eines Grundherrn und Leistungen seiner Grunduntertanen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit. Andere Bezeichnungen dafür sind Gült-, Stift- und Lagerbücher, Salbuch, Urbar etc.

Urgicht
  Ein unter Folter hervorgebrachtes Geständnis in der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Gerichtsbarkeit.

Wart, Warte
  Ein Beobachtungsposten oder Turm (Wartturm) als Teil der äußeren Verteidigungsanlagen, von dem Ausschau gehalten wurde. Als Wartbaum auch Wegweiser an frühzeitlichen Verkehrswegen

Weed
  Löschwassertrog, Viehtränke und Pferdeschwemme

Weistum (auch Weisthum)
  Aufzeichnungen von Rechtsgewohnheiten und Rechtsbelehrungen im Mittelalter

Wildbann
  Ausschließliche Berechtigung auf die Jagd innerhalb eines Bezirks oder Gemarkung (Mark)

Alte Berufe und Berufsbezeichnungen für Ahnenforscher.

Alte Maße und Gewichte sowie Währungen (Diese Seite befindet sich noch im Aufbau).