Alte Handschriften

In alten Urkunden werden Ihnen neben der altdeutschen Frakturschrift (bei Drucksachen) hauptsächlich alte Handschriften wie

Kanzleischrift

Kurrentschrift

Sütterlin

begegnen. Wenn Sie diese Schriften nicht lesen können, ist es hilfreich, sich diese Fonts aus dem Internet zu besorgen und sich damit vertraut zu machen.

Schöne Seiten zum Lesenlernen alter Schriften sind z.B.

www.Suetterlinschrift.de ...

Tipps zum Lesen alter Handschriften

Eigentlich ist es gar nicht so schwer, wenn Sie die lateinische Schreibschrift beherrschen und eine Buchstabentabelle zur Hilfe nehmen. Schwierigkeiten bereiteten mir hauptsächlich die Großbuchstaben und die Unterscheidung des kleinen e vom n. Eine Unterscheidungshilfe kann hier der beim e weiter oben ausgeführte Ansatz des zweiten Bogens sein, wohingegen das n zumeist eine durchgehende Zackenlinie ist.
Auch das kleine s und v sind gewöhnungsbedürftig, da das s zumeist nur ein nach unten geöffneter Haken ist und das v so ganz anders als gewohnt aussieht.
Beim kleinen a, g, o und q in Sütterlin sollten Sie sich verinnerlichen, dass der obere Bogen der Buchstaben nicht ganz geschlossen ist, dann können Sie die Buchstaben leichter erkennen.

Mir hat es auch geholfen, die Kurrentschrift auf dem PC zu installieren und die von mir vermuteten Wörter in Kurrentschrift auf dem PC zu schreiben und mit der Originalschrift zu vergleichen. Oder Sie benutzen meine Buchstabentabelle Kurrentschrift und Sütterlin, wo Sie alle Buchstaben in der jeweiligen Schrift finden.

Zudem sind die alten handschriftlichen Einträge in Kirchenbüchern oft schon verblasst, verschmiert oder einfach unleserlich geschrieben! Und hinzu kommt der Mix aus Kirchenbuchlatein und alten deutschen Ausdrücken für Berufe, Daten und Krankheiten, die eine Entzifferung der Urkunden erschweren.

Mühsam wird es, wenn die Einträge Eigennamen oder unbekanntes Kirchenbuchlatein enthalten, denn soweit die Wörter bekannt sind, ist es nicht wichtig, jeden einzelnen Buchstaben lesen zu können; wichtig sind nur der erste und der letzte Buchstabe. Dies hängt damit zusammen, dass wir beim Lesen nicht jeden Buchstaben einzeln lesen, sondern das Wort in seiner Gesamtheit erfassen.

Beispiele Kirchenbucheinträge

Hier einige Kirchenbucheinträge unserer Vorfahren, die ich zu entziffern und transkribieren versucht habe. Ich hoffe, es ist mir gelungen :)

Matrikel aus dem Kirchenbuch Törwang Matrikel aus dem Kirchenbuch Törwang

 

Huius defunctus est Simon Schmid sol. baader in Grainbach omnibus s.s. sacramentis rite munitus est et sepultus in Grb.
Heute ist Simon Schmid, einziger Bader in Grainbach, verstorben und wurde mit allen heiligen Sterbesakramenten versorgt, in Grainbach begraben.

Sponsilia de matrimonio futuro extrait honestus viduus Vitus Peischl ... Saxan Söldner alhir et honesta & pudica puella Walpurga honesti Georgy Lehner ... Margaretha amb. conf. ... in vivis filia legitima. Testes: ...
Die zukünftige Ehe sind eingegangen der ehrenwerte Witwer Vitus Peischl Sächsischer Söldner von hier und das ehrenwerte und sittsame Mädchen Walpurga, legitime Tochter des Georgus Lehner ... und Margaretha beide kath. Konfession. Zeugen: Mathias ... alhier, Mathias ... Wirth alhir, Jacob ...

Mathias a R.J. Georgio Schedlbauer baptizatus est. hon. Joan Peischl ... huius et Mariae ux. ej., cuius pater Ulricus Briller ... Winkl, fil legitimus. Levavit Mathias Langwiser ... de Haslau.
Mathias, legitimer Sohn von Johann Peischl und Maria, seiner Ehefrau, Tochter von Ulrich Briller aus Winkl, wurde heute von R.J. Georg Schedlbauer getauft. Taufpate ist Mathias Langwiser aus Haslau.