Der Ostasienkämpfer Fritz Rose

Friedrich „Fritz“ Rose wurde am 07. August 1881 als Sohn des Auslaufers (alte Bezeichnung für Bote) Daniel Rose und Maria, geb. Wetzel, in Bad Homburg geboren. Er hatte noch zwei Schwestern und wohnte in Bad Homburg zunächst in der Louisenstraße 9, in der Untergasse und der Löwengasse, später in der Waisenhausstraße 18.
Im August 1900 schiffte sich Friedrich auf der H. H. Meier nach China ein, um beim sogenannten Boxeraufstand in China zu kämpfen, wie eine Postkarte an seine Eltern belegt.

Der Boxeraufstand, bei dem annähernd 23.000 Chinesen christlichen Glaubens sowie zahlreiche Beschäftigte ausländischer Botschaften umkamen, sorgte international für Aufsehen und Entrüstung. Schließlich veranlaßte die Ermordung des deutschen Botschafters in China, Clemens Freiherr von Ketteler (1854-1900) am 20.06.1900 die Kolonialmächte auf Initiative von Kaiser Wilhelm II. zu einem gemeinsamen Vorgehen gegen die Aufständischen. Umgehend wurden in Europa alliierte Ostasiencorps formiert und nach China geschickt.

Foto von Friedrich Fritz Rose
Friedrich "Fritz" Rose

Fritz Rose kämpfte im 2. Ostasiatischen Infanterieregiment, 5. Companie, Expedition Corps in China. Bei einer Strafexpedition des Ostasiencorps wurden zahlreiche Boxer hingerichtet, Dörfer geplündert und niedergebrannt. Erst mit dem Frieden von Peking vom 07.09.1901, dem sogenannten Boxerprotokoll, fanden die Kriegshandlungen ein Ende. Der Friedensvertrag verpflichtete China zu hohen Kriegsentschädigungen, sicherte den militärischen Zugang zu den Gesandtschaften und schrieb die Sühnereise eines Mitglieds des chinesischen Kaiserhauses nach Deutschland vor.

1902 kam Fritz Rose wieder nach Deutschland zurück und fing als Rangierer bei der Reichsbahn an zu arbeiten. Im Laufe der Jahre arbeitete er sich vom Hilfsschaffner zum Reichsbahnschaffner und schließlich zum Reichsbahn-Oberschaffner hoch. Er starb am 21.09.1945 in Bad Homburg.

Foto Postkarte von 1900
Postkarte von 1900